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"Die Kunst des Lebens liegt in einer dauernden Neueinstellung zu unserer Umgebung."
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Muetze der Turnerschaft Hansea Hannover

G·c·s·B

Glossar couleurstudentischer Begriffe

Abkürzungen

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Glossar

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Quellen

  • Couleurstudentischen Informations-Server,
    http://www.cousin.de/cousin/allgemein/glossar.html
  • "Gaudeamus igitur, studentisches Leben einst und jetzt"
    Katalog zu einer Ausstellung in der Schallaburg 1992
    Herausgeber: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
    A - 1014 Wien - ISBN 3-85460-063-1, ca. 450 Seiten

bearbeitet von:
Sierk Bornemann, Björn Weigel, Jörg Bornemann

Ergänzungen oder Änderungen vorbehalten.

Abkürzungen

AC
Aktiven-Convent
 
a.d.H.
auf dem (Verbindungs-)Haus
 
AH, AHAH
Alter Herr, Alte Herren (Mehrzahl)
 
AHV
Altherrenverband
BC
 
Burschen-Convent
e.s.v.
bei der Anrede: "...einer sehr verehrlichen..."
 
FM
Fuxmajor
 
h.c.t.
(hora cum tempore)
Beginn mit 15 min. Verzögerungstoleranz
 
h.s.t.
(hora sine tempore)
Beginn wie angegeben
 
KW
Kassenwart
 
MK
Marburger Konvent
 
OMK, ÖMK
Orts-MK, sich örtlich nahe MK-Bünde
 
SS
Sommersemester
 
T!
Turnerschaft
 
v
(sprich: "vulgo")
steht einem Biernamen voran
 
VC
Vollconvent
 
WS
Wintersemester
 
X, XX, XXX, XXXX
die Chargierten
 
Z!
Zirkel
 

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Glossar

  1. Admission:
    (lat.; admittere "zulassen")
    Aufnahme eines Fuxen
     
    Aktiver:
    Studierendes Mitglied einer Studentenverbindung

    Zur Aktivitas zählen Füxe, Burschen und Inaktive, also alle Mitglieder, die ihr Studium noch nicht beendet haben.
    Die Aktivitas prägt als tragende Säule der Verbindung deren Leben, Programm und äußeres Erscheinungsbild. Sie ist demokratisch aufgebaut (siehe »Convente) und wird durch die Chargierten geleitet.
     
    Aktivitas:
    siehe »Aktiver
     
    Akzeptation:
    Aufnahme eines Spefuxen
     
    Alter Herr:
    Mitglied einer Studentenverbindung nach Abschluß des Studiums, früher auch Philister genannt

    Erst ab ca. 1860 kam die Bezeichnung "Alter Herr" auf, um der damaligen spießbürgerlichen Nebenbedeutung des Begriffes "Philister" die Würde des Alters entgegenzusetzen.
    Die Alten Herren tragen zum Verbindungsleben im Wesentlichen als fördernde und beratende Mitglieder bei und sorgen für die Kontinuität des Korporationsgedanken.
     

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  2. Band:
    Schmale Schärpe, ca. 28mm breit, in den Verbindungsfarben

    Wird als äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zu einer farbentragenden Verbindung getragen (über die rechte Schulter zur linken Hüfte).
    Bestandteil der Couleur.
    Symbolisiert das Eintreten für die Prinzipien der Verbindung und das "Freundschaftsband", das alle Gleichgesinnten umschlingt.
    Füxe haben im Unterschied zu Burschen ein in der Regel nur zweifarbiges Band (zweistreifig oder dreistreifig mit Wiederholung einer Farbe).
    Entstanden aus dem Band der Ordenskreuze der studentischen Orden.
     
    bemoost:
    Alt, ehrwürdig. Bezeichnung für Studenten in den letzten Semestern.
    Hin und wieder auch respektvolle Bezeichnung für einen Alten Herrn (bemoostes Haupt)
     
    Bestimmungsmensur:
    siehe »Fechten
     
    Bier:
    (lat.; biber "Trunk")
    Beliebtes studentisches Getränk, aus dem germanischen Met durch Beigabe von Hopfen entwickelt
     
    Bierbibel:
    siehe »Kommersbuch
     
    bierehrlich:
    Vollberechtigt als Kneipperson

    siehe auch »Kneipe
     
    bierehrliche Handlung:
    Ein der Kneipcorona angekündigtes, feierlich vollzogenes, couleurstudentisches Trinkritual, z.B. ein Bierjunge oder ein Zipfeltausch

    Das Getränk ist i.d.R. Bier, muß es aber heutzutage nicht sein.

    siehe auch »Kneipe
     
    Bierfamilie:
    siehe »Leibbursche
     
    Bierjunge:
    Der Junge, der einem Wirt half, das Bierfaß aus dem Keller hinauf zum Ausschank und vor allem von der Theke zum Gast zu schleppen

    Das war -- erst recht ob des Verhaltens der meist betrunkenen Gäste -- eine ziemlich niedrige, unehrenhafte, Tätigkeit.
    So verwundert es nicht, daß der Ausspruch "Sie sind ein Bierjunge!" oder "Sie sind ein dummer Junge!" eine ziemlich starke Beleidigung darstellte, deren "Bereinigung" meist mit Schlägern oder sogar Säbeln ausgetragen wurde.
    Um das Ganze zu entschärfen und ein wenig ins Harmlosere, Witzige, zu übertragen ist dann wohl daraus das Trinkspiel entstanden. Statt auf Waffen wurde mit dem Ausspruch "Bierjunge!" dann zum Biergefecht gefordert.
    Zum Teil wird der Bierjunge daher immer noch als ernste Sache betrachtet, die zum Schlichten von schwerwiegenden Streitigkeiten gedacht ist. Viele Trinken den Bierjungen aber zum Spaß und daher häufiger.

    siehe auch »Satisfaktion
     
    Bierminute:
    Besondere Zeitrechnung bei Kneipen: 3 Zeitminuten sind 5 Bierminuten
     
    Biernagel:
    Ziernagel auf den Einbänden eines Buches zum Schutz desselben gegen Nässe auf den Tischen...

    siehe auch »Kneipe
     
    Biername, Couleurname:
    Interner Name eines Mitgliedes, entstanden in Zeiten, in denen Studentenverbindungen verboten waren

    I.d.R. sprechen Aktive die AHAH mit ihrem Biernamen an ("AH ...").
    Nicht alle Studentenverbindungen pflegen dieses Brauch.
    Wird in der Turnerschaft Hansea Hannover während einer "Taufe" verliehen und schon seit mind. 1860 im P.G.V. praktiziert.

    siehe auch »vulgo
     
    Bierorgel, Biermusik:
    Klavier
     
    Biertonne, Kneiptönnchen:
    siehe »Mütze
     
    Bierverschiß:
    Verweis eines Kneipmitgliedes durch das Präsidium

    siehe auch »Kneipe
     
    Bierzahlen:
    Besondere Bezeichnung der Zahlen der im Kommersbuch durchnummerierten Lieder

    Nicht überall sind Bierzahlen gebräuchlich. Zudem sind verschiedene Variationen möglich:
    • 0 = Loch
    • 1 = Strich
    • 2 = Schwanenhals(-oben), Doppelloch-Halbe-Halbe
    • 3 = Loch-unten-Schwanz-oben-Halbe, Doppelloch-Halbe, Halb-Doppelloch, Doppelhalbloch, Doppelloch-geometrisch-Halbe
    • 4 = Doppellochhalbe, Doppelloch-arithmetisch-Halbe, Nase, Jupiter
    • 5 = Schwanenhals-unten, Knick-Schwanz-unten
    • 6 = Loch-unten-Schwanz-oben, Loch-Schwanz-oben
    • 7 = Strich-Schwanz-oben
    • 8 = Doppelloch
    • 9 = Loch-oben-Schwanz-unten, Loch-Schwanz-unten
     
    Bierzipfel:
    Breite Form des Zipfels

    siehe auch »Leibbursche
     
    Brandung:
    Ein Brauch bei einigen Verbindungen, den Fux gegen Ende des ersten Fuxensemesters mit einem rußigen Korken das Gesicht zu schwärzen
     
    Bund:
    Andere Bezeichnung für Verbindung (Mz.: Bünde)
     
    Bundesbruder:
    Interne Anrede und Bezeichnung für alle Mitglieder einer Studentenverbindung

    Ausdruck für das gegenseitige Vertrauen und die Bindung zwischen ihnen (Abkürzung: Bb, Mz. BbBb, aber auch Bbr o.ä.)

    siehe auch »Farbenbruder, »Verbandsbruder, »Waffenbruder
     
    Bundesschwester:
    siehe »Bundesbruder
     
    Bursch(e):
    Vollberechtigtes Mitglied einer Verbindung im Gegensatz zu Fux und Conkneipant
     
    Burschung:
    (auch Rezeption)
    Mehr oder weniger feierliche Zeremonie, in der ein Fux zum Burschen erklärt und dadurch endgültig in die Verbindung aufgenommen wird

    Oft sind für die Burschung bestimmte Voraussetzungenzu erfüllen.
    In der Turnerschaft Hansea Hannover sind dies u.a. ein zu haltender Burschungsvortrag und eine abzulegende Burschenprüfung.
     
    Burse:
    Mittelalterliche Bezeichnung für das Studentenheim oder Studierhaus, in dem die Bewohner aus einer gemeinsamen Kasse (Burse) lebten

    Aus diesem Begriff leitet sich die Bezeichnung Bursche ab.
     

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  3. Cerevis:
    siehe »Mütze und »Vollwichs
     
    Charge, Chargierte(r):
    (frz.: Bürde eines Amtes)
    Vorstandsamt in einer Verbindung, das mit bestimmten Führungsaufgaben betraut ist

    Jedes Semester werden die Chargen durch den Convent neu besetzt.
    Eine Aktivitas kann bis zu fünf Chargen haben (die Abkürzungen stammen aus der Zeit der studentischen Orden des 18. Jahrhunderts), die Aktivitas der Turnerschaft Hansea Hannover hat drei Chargen und zwei herausgehobene Ämter (genaueres dazu in der Satzung der T! Hansea und in der Ämterordnung):
    1. Erstchargierter (Vorsitzender, Sprecher, Senior, Abk.: X):
      Vertritt die Verbindung nach innen und außen

      Ihm obliegt die Einberufung und Leitung der Convente und anderer Veranstaltungen.
      Er hat eine "Richtlinienkompetenz" bei der Gestaltung des Bundeslebens.
      Er übt (in Vertretung des AH-Hausverwalters) das Hausrecht aus.
      Meist ist er der Leiter einer Kneipe oder eines Kommerses.
    2. Zweitchargierter (stellvertr. Vorsitzender, Consenior, Abk.: XX):
      Unterstützt den Erstchargierten bei seiner Arbeit und vertritt ihn, wenn dieser verhindert ist

      In schlagenden Verbindungen übt er meist das Amt des Fechtwartes aus.
      In der Turnerschaft Hansea Hannover ist er allgemein verantwortlich für den Sport (ein zusätzlich gewählter Sportwart kann ihn unterstützen).
    3. Drittchargierter (Schriftwart, Schriftführer, Abk.: XXX):
      Ist für den Schriftverkehr der Verbindung verantwortlich

      In der Turnerschaft Hansea Hannover ist er innerhalb der Aktivitas auch der Verantwortliche für die Beiträge zum BAND (Hansea-Bundeszeitung) und zu den MK-Nachrichten (Verbandszeitung).
    4. (optional)
      Kassenwart (Abk.: KW, manchmal auch XXXX):
      Verwaltet die Finanzen der Verbindung.
    5. (optional)
      Fuxmajor (Abk.: FM)
      Ist für den Nachwuchs, die Füxe verantwortlich.
    Der Amtsinhaber einer Charge wird als Chargierter bezeichnet.
    Die Gesamtheit der Chargierten wird als Vorstand oder auch Chargarium bezeichnet.
    In der Turnerschaft Hansea Hannover besteht der Vorstand/das Chargarium aus drei Chargen (X, XX und XXX).
     
    Chargieren:
    Das Auftreten von (meist) drei Mitgliedern einer Verbindung zu besonderen feierlichen Veranstaltungen im Vollwichs.
     
    Comment:
    (frz.; comment "wie")
    Maßgebende Regeln und Worterklärungen für bestimmte Formen des (überlieferten) studentischen Brauchtums und Gemeinschaftslebens

    Früher streng normsetzend, heute eher beschreibend.
    Es gibt den allgemeinen deutschen Biercomment als Kneipcomment, sowie Couleurcomment, Fechtcomment etc.
    Im Grundsatz hat jeder Bund, Verband oder auch jeder Hochschulort seinen ganz eigenen Comment. Grundregel: Der Gast befolgt den Comment des Gastgebers (sofern eigene Grundsätze nicht dagegen stehen).

    siehe auch »steil
     
    Conkneipant:
    Ursprünglich regelmäßiger Besucher einer Kneipe, der nicht Mitglied der betreffenden Verbindung war

    Später auch Bezeichnung für eine außerordentliche Mitgliedschaft mit reduzierten Rechten und Pflichten, falls eine ordentliche Mitgliedschaft nicht möglich ist.
     
    Constante:
    regelmäßiger Treffpunkt, z.T. angemieteter Raum
     
    Contra:
    ("auch Contrapaukant")
    Der Paukant, gegen den man ficht

    Siehe auch »Fechten
     
    Contrarium:
    siehe »Präsidium
     
    Convent:
    Beratendes und beschlußfassendes Organ einer Verbindung als Ausdruck des demokratischen Prinzips

    Je nach Kreis der stimmberechtigten Mitglieder unterscheidet man verschiedene Convente: Allgemeiner Convent (AC), Burschen-Convent (BC), Voll-Convent (VC), General-Convent (GC), Altherren-Convent, Bundes-Convent.
    Ebenfalls Bezeichnung für die Zusammenkunft der Vertreter aller Verbindungen eines Dachverbandes, daher taucht diese Bezeichnung in den Namen einiger Verbände auf (z.B. Marburger Konvent).
    In der Turnerschaft Hansea Hannover gibt es folgende Convente:
    • Aktivenconvent (AC): Füxe, Burschen, Ehrenburschen
    • Burschenconvent (BC): Burschen, Ehrenburschen
    • Vollconvent (VC): Burschen, Ehrenburschen, (Füxe)
    • Hauptversammlung (HV): AHAH
    • Generalconvent (GC): AHAH, Burschen, (Füxe)

     
    Conventsprinzip:
    Demokratische Ordnung des Bundeslebens
     
    Corona:
    Teilnehmerkreis, gesellige Runde, meist für die Teilnehmer einer Kneipe gebraucht (Kneipcorona).
     
    Couleur (die ~):
    Die Farben einer Verbindung, die als ihr äußeres Zeichen von ihren Mitgliedern getragen werden

    Bestandteile sind Band, Mütze, Zipfel, und ggfs. Couleurnadel.
    In der Regel bedeutet Vollcouleur Anzug mit Jackett und Couleur, Halbcouleur Anzug ggf. ohne Jackett mit nur Band und Zipfel (beachte Couleurordnung der Hansea: Halbcouleur = Anzug und nur Band allein; Zipfel können getragen werden, müssen dies aber nicht).
    Im weiteren Sinne sind auch bestimmte Artikel mit den Farben des Bundes darunter zu verstehen (Fahne, Banner, Vollwichs, ...).
    "Couleur" taucht aber noch in vielen anderen Begriffen auf, die sich auf das Verbindungsstudententum an sich beziehen.
     
    Couleurdame:
    Bei einem Bund offiziell annoncierte (eingeführte) Dame, die regelmäßig zu Veranstaltungen eingeladen wird
     
    Couleurgegenstände, Couleurartikel:
    Gegenstände mit den Farben oder dem Wappen des Bundes (z.B. Couleurgläser oder Couleurkarten).
     
    Couleurname:
    siehe »Biername
     
    Couleurprinzip:
    Führen von Verbindungsfarben als Ausdruck der inneren und äußeren Zusammengehörigkeit
     

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  4. Dachverband:
    siehe »Verband
     
    Dimission:
    (lat.; dimittere "fortschicken, entlassen")
    Entlassung eines Mitgliedes auf Zeit (dimissio ad tempus - dim.a.t./a.t.dim.) - auch "Schwarzwald" genannt - oder auf Dauer (dimissio in perpetuum oder in poena - dim.i.p./i.p.dim.)
     
    Duell:
    siehe »Fechten
     

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  5. Ehrenbursch:
    Ehrung für einen Alten Herren, der sich um seinen Bund besonders verdient gemacht hat

    Er kommt dadurch -- in der Regel -- in den Genuß besonderer Rechte.
    In der Hansea wird ein Ehrenbursche auf Beschluß des Burschenconvents (siehe »Convent) und nach Bestätigung durch den AH-Vorstand ernannt. Er erhält damit die Rechte eines aktiven Burschen (z.B. Stimmrecht auf AC, BC und VC), hat aber keine Pflichten in der Aktivitas.
     

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  6. Farbenbruder, Couleurbruder:
    Anrede für Mitglieder von farbentragenden Verbindungen (Farben- oder Couleurstudenten), die nicht dem gleichen Verband angehören (Abkürzung: Fb oder Fbr)

    siehe auch »Bundesbruder, »Verbandsbruder, »Waffenbruder
     
    farbentragend:
    Bezeichnung für Verbindungen, die Farben (meist drei) in ihrem Wappen haben (Verbindungsfarben) und Band und Mütze in diesen Farben tragen

    Nichtfarbentragende Verbindungen werden als "schwarze" Verbindungen bezeichnet.
     
    Fax:
    Heute meist Hausmeister eines Verbindungshauses; früher darüberhinausgehend als "Fak-totum" der hilfreiche Geist eines Bundes (quasi "Mädchen für alles", aber durchaus als ehrenvolle Aufgabe verstanden)
     
    Fechten:
    Das Fechten der Studenten ist im ausgehenden Mittelalter entstanden aus der Notwendigkeit, sich auf den langen Wegen zwischen Heimat und Universität vor Übergriffen zu schützen.

    Neben dem Adel, den Würdenträgern und Mitgliedern der Fechtergesellschaften (des Bürgertums und der Handwerkerschaft) stand nur den Studenten das Recht zu, Waffen zu tragen. Später wurde es eine leidenschaftlich gepflegte Form zur Regelung von Ehrenangelegenheiten (Satisfaktion) und war oft verboten (v.a. in der Form des Duells). Daraus resultierte auch die Spaltung in schlagende und nicht schlagende Verbindungen. Seit Anfang/Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich als studentische Form insbesondere die verabredete Schlägermensur als "ritterliches Kampfspiel".
    Während das Duell allgemein und vor allem seit Anfang des 20. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung verlor und seit dem 2. Weltkrieg praktisch nicht mehr ausgeübt wird, wurde die Mensur als Zweikampf mit nichttödlichen Waffen weiter formalisiert und hat sich schon Ende des 19. Jahrhunderts zur Bestimmungsmensur entwickelt.
    Allerdings kann es leider auch heute noch bei einer Minderheit schlagender Verbindungen vorkommen, daß versucht wird, vermeintliche oder tatsächliche Ehrenhändel durch verabredete Mensuren beizulegen. Dabei fordert der sich betroffen fühlende Korporierte oder Bund den Gegner zu einer oder mehreren Partien auf, traditionell bekundet durch eine "zerrissene Couleurkarte".
    Die eindeutige Mehrheit der schlagenden studentischen Verbindungen Verbindungen und ihrer Verbände lehnt dieses Verhalten entschieden ab.
     
    Fidulität, Bierdorf:
    Vergnügliches, ungezwungenes Beisammensein ohne bestimmte Regeln und Programm, oft im Anschluß an eine Kneipe oder einen Kommers
     
    Fink:
    Nichtkorporierter
     
    Flaus:
    einfache Form der Pekesche
     
    Fux, Fuchs:
    Ursprünglich ein Universitätsneuling, jetzt neues Mitglied einer Verbindung

    Während der meist zweisemestrigen Fuxenzeit hat das neue Mitglied die Gelegenheit, das Verbindungsleben und die anderen Mitglieder kennenzulernen. Umgekehrt kann der Fux während dieser Zeit von der Verbindung beurteilt werden. Danach kann er durch eine Burschung zum vollberechtigen Mitglied der Verbindung werden.
    Bei einigen Verbindungen wird unterschieden zwischen dem Spefux (lat.; spes "Hoffnung") vor dem 1. Semester, dem Krassfux im 1. Semester und dem Brandfux im 2. Semester.
    siehe auch »Brandung
     
    Fuxmajor (Abk.: FM):
    Bursche, der für die Füxe und -- in Zusammenarbeit mit den (anderen) Chargen -- für den Nachwuchs verantwortlich ist

    Er hält regelmäßig Fuxenstunden ab, in denen er den erforderlichen Wissensstoff über die Verbindung, den Verband und den allgemeinen Comment vermittelt.
    Zur Erkennung trägt er unter dem Burschenband ein Fuxenband (von links oben nach rechts unten) und hat i.a. an seiner Mütze einen Fuchsschwanz.

    Der Fuxmajor ist oft auch Chargierter.

    siehe auch »Keile
     

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  7. Gang:
    Kleinster Teilabschnitt einer Mensur
     
    Geschlossen(e) Korporation:
    Eine Korporation, die satzungsgemäße, strenge Bedingungen für Aufnahme und Verbleib ihrer Mitglieder hat (z.B. nur Angehörige einer bestimmten Hochschule oder, weitergehend, nur eingeschriebene Studenten: Maturitätsprinzip, "Ein"-Band-Prinzip)

    Dazu gehört i.a. ein Ausschließlichkeitsanspruch, der eine Mitgliedschaft in einer anderen Korporation grundsätzlich nicht und Ausnahmen nur in genau festgelegten, eng begrenzten Fällen nach Genehmigung zuläßt.

    (Gegenteil: offene Korporation)
     
    Glocke:
    Wegen eines kleineren glockenförmigen Handschutzes leichtere und beweglichere studentische Fechtwaffe (Schläger), in einigen Universitätsstädten östlich der Elbe gebräuchlich anstelle des Schlägers

    siehe auch »Fechten
     

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  8. Hansea (Struktur):
    1975 wurde die Struktur der Turnerschaft Hansea Hannover mit dem damals beschlossenen Grundsatzabkommen auf eine neue Grundlage gestellt.

    Dieses Grundsatzabkommen unseres Bundes wurde geschlossen zwischen der "Turnerschaft 'Hansea' Hannover im MK" (Aktivitas) und dem "Altherrenverband der Turnerschaft 'Hansea' Hannover im MK", gegründet 1848 als P.G.V. (e.V.) (AHV). Zusammen bilden sie einen einheitlichen Bund: die Turnerschaft "Hansea".
    Neben dieser Definition enthält das Grundsatzabkommen u.a. die Grundsätze (Prinzipien) der "Hansea", die Regelung der Mitgliedschaften und die Einrichtung eines Generalconvents als gemeinsames Beschlußgremium des Bundes.
    Neben dem Grundsatzabkommen haben sowohl Aktivitas als auch AHV eigene Satzungen, auf deren Basis jeweils interne Angelegenheiten geregelt werden.
     

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  9. Inaktiv(er):
    Studierender Bursche mit allen Rechten eines aktiven Burschen, der zugunsten seines fortgeschrittenen Studiums von vielen Pflichten befreit ist (i.d.R. bei Hauptprüfungen, Diplomarbeit, Praxissemestern, Wechsel des Studienortes, etc.)

    Dieser Status kann meist nach Erfüllung mehrerer Bedingungen nach Maßgabe des Convents erreicht werden.
    In der Turnerschaft Hansea Hannover sind dies: mind. 5 Couleursemester (Mitgliedssemester), Vordiplom o.ä. und ein Inaktivierungsvortrag. Auch sollte man Chargensemester (Semester als Chargierter) absolviert haben.
     

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  10. kein Eintrag
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  11. Kassenwart (Abk.: KW, auch XXXX):
    Verantwortlicher für die Finanzen der Aktivitas

    Der Kassenwart ist gelegentlich auch Chargierter.
     
    Keile:
    Das Werben neuer Mitglieder für die Verbindung

    siehe auch »Fux
     
    Kneipe:
    Traditionelle Feier im studentischen Leben, die nach bestimmten Ritualen (Comment) in Vollcouleur mit Gesang, möglichst geistvollen Reden, Gegenreden und Zeremonien gestaltet wird

    (Chargierte oft mit Voll- oder Halbwichs).
    Die Kneipe gliedert sich zeitlich in Offizium (kurz "Offiz", fest geregelter, feierlicher Teil z.B. mit Reden oder Rezeptionen), Inoffizium (kurz "Inoffiz", lockerer Teil mit "Mimiken", Sketchen, evtl. Zipfeltausch etc.) und Fidulität im Anschluß an die Kneipe.
    Räumlich gliedert sie sich in Präsidium, Burschensalon und Fuxenstall mit Kontrapräsidium.
    Das Präsidium ("Haushohes") besteht i.a. aus dem Erstchargierten und seinen Conchargen (Zweit- und Drittchargierter). Der Erstchargierte leitet die Kneipe -- er ist der Präside. Er ist befugt, allen Teilnehmern der Kneipe (den Füxen nur mittelbar) Anweisungen zu geben, allerdings unter Beachtung des Comments.
    Anwesende Burschen, AHAH und Gäste gehören zum Burschensalon.
    Die Füxe bilden den Fuxenstall unter Leitung des Kontrapräsidiums (Contrarium, "Kontra", "Halbhohes"). Dieses wird meist durch den Fuxmajor verkörpert. Er hat die Befehlsgewalt über die Füxe, ist aber dem Präsidium untergeordnet. Der Fuxenstall versorgt die gesamte Kneipe mit Bier und anderen Getränken.
    Während der Reden und Zeremonien herrscht "Silentium" (Ruhe), dazwischen "Kolloquium" (Gespräch).
    Bittet jemand den Präsiden um das Wort, so sagt er: "Verbum peto!". Der Präside gewährt dies ("Habes!" oder "Habeas!") oder auch nicht ("Non habes!" oder "Non habeas!"). Muß jemand eine Auszeit nehmen, so bittet er darum mit "Tempus peto!". Auch dies kann der Präside gewähren oder nicht.
     
    Kommers:
    Besonders feierliche Variante der Kneipe.

    Der Kommers wird bei besonderen Gelegenheiten begangen, z.B. Stiftungsfest oder Verbandstreffen. Oft fehlt dabei das Kontrapräsidium samt Fuxenstall.
     
    Kommersbuch:
    Studentisches Liederbuch, auch "Bierbibel" genannt
     
    Korporation:
    (lat.; corporatio "Körperlichkeit"; corpus "Körper")
    (frz.; corps "Körperschaft", "Körper")
    An einer akademischen Einrichtung zugelassene Studentenverbindung

    Mitglieder einer Korporation sind die Korporierten.
     

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  12. Landesvater:
    Seit dem 18. Jahrhundert üblicher feierlicher Brauch, bei dem die Mützen auf den Schläger aufgespießt werden

    Früher als Bekenntnis zu Landesvater und Vaterland, heute mehr Bekräftigung des Burscheneides.
     
    Lebensbundprinzip:
    Lebenslange Bindung an den eigenen Bund
    Besonders darin unterscheidet sich eine Studenten-Verbindung von einem normalen Verein.
     
    Leibbursch, Leibfux:
    In der Regel wählt sich ein Fux einen Burschen seines besonderen Vertrauens, der ihn dann in Verbindungsangelegenheiten berät und unterstützt.

    Meist wird dies durch den Tausch von Zipfeln ausgedrückt. Dabei übergibt der Leibbursch seinem Leibfuxen einen Bierzipfel; umgekehrt ist es ein Weinzipfel.
    Es können sich regelrechte "Leibfamilien" entwickeln.
     
    Löschblatt:
    Hölzerne Unterlage, die zum Ausgleich der Größenunterschiede zweier Paukanten auf Mensur dient

    siehe auch »Fechten
     

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  13. Maturitätsprinzip:
    (lat.; maturus "reif")
    Als Grundsatz festgelegte Bestimmung, daß nur Bewerber mit Reifeprüfung aufgenommen werden

    siehe auch »geschlossene Korporation
     
    Mensur:
    (lat.; mensura "das Messen, das Maß")
    Studentischer Fecht-Zweikampf nach festen, anerkannten Regeln (Bestimmungsmensur) und mit nichttödlichen Waffen (Schläger, früher auch Säbel). Eigentlich der Abstand zweier Fechter voneinander

    Eine Mensur wird "geschlagen" oder man "steht auf Mensur". Bewertet wird allein die Wahrung der Haltung (makelloses Durch-Stehen), nicht das Trefferergebnis.

    siehe auch »Fechten
     
    Mütze:
    Studentische Kopfbedeckung in den Farben der Verbindung

    Am weitesten verbreitet ist die Schirmmütze in verschiedenen Varianten, z.B. als Tellermütze. Sonderformen sind
    • das mit Zirkel etc. bestickte, zusammenfaltbare, schirmlose Tönnchen (gewölbt wie eine kleine Biertonne),
    • das besonders reich verzierte, schirmlose, steife Cerevis als Bestandteil des Vollwichses,
    • das schirmlose Barret bzw. der Schlapper (mit Schirm),
    • der Biedermeier, eine kleine, sehr hohe Schirmmütze,
    • und der Stürmer, aus der Jakobinermütze entwickelt, bei der das hohe, sich verjüngende Oberteil nach vorne auf den Schirm weist.
    Die Turnerschaft Hansea Hannover führt eine Tellermütze.
     

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  15. kein Eintrag
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  16. Papst:
    Eine Bezeichnung für eine Art Waschbecken, in welchem man den Mageninhalt entsorgen kann

    Die Herkunft des Ausdrucks ist wie so vieles umstritten. Nach der einen Ansicht ist dies darauf zurückzuführen, daß man sich verbeugt; nach anderer Ansicht ist es auf ein uraltes burleskes Saufspiel zurückzuführen, bei welchem man sich durch Abkippen ganz unvorstellbarer Mengen in der sozialen Hierarchie hochtrinkt, bis man den höchsten Status, den des Papstes, erreicht hat. Entsprechend auch "papsten" für die Tätigkeit.
    Desweiteren gibt es auch noch folgende Steigerung:
    Ein Bierjunge kann mit einem Doktor überstürzt werden, der Doktor mit dem Papst, der Papst mit dem Kleinen Ozean und der Kleine mit dem Großen Ozean. Das bedeutet also eine Biermensur mit 16 Gläsern. Prost.
    Üblich waren solche Saufereien in den sogenannten Bierstaaten, die in früheren Zeiten im Schwange waren. Einer der Berühmtesten war wohl das Bierherzogtum Lichtenhain in Jena, mit dem Herzog Tus an der Spitze. Herzog konnte werden, wer sich in der Hierarchie -- durch Bierduelle -- nach oben soff (dem Vernehmen nach war das damals übliche Bier mit 2 bis 3 Prozent Alkohol eher treibend, denn berauschend).
    Das Papst-Spiel, bei dem -- ähnlich wie beim Fürst von Thoren -- einer der Kneipgenossen mit dem Stuhl auf einem Tisch sitzt, Fragen beantwortet und dazu viele Ganze trinkt, bis er besiegt vom Tische fällt, ging sogar in die klassische Literatur ein:
    In Goethes Faust (Urfaust, u. Faust 1. Teil Vers 2098) in der Szene in Auerbachs Keller zechen Frosch, Brander, Siebel und Altmayer:

    Brander: "...Ich halt´ es wenigstens für reichlichen Gewinn, Daß ich nicht Kaiser oder Kanzler bin. Doch muß auch uns ein Oberhaupt nicht fehlen, Wir wollen einen Papst erwählen. Ihr wißt, welch eine Qualität Den Ausschlag gibt, den Mann erhöht."

    In dieser Szene dokumentiert Goethe mehrfach, daß er über Sitten und Gebräuchen der studentischen Gesellschaften seiner Zeit bestens Bescheid wußte.
     
    Paukant:
    Mensurbeteiligter, der eigentliche Fechter

    siehe auch »Pauken
     
    Pauken:
    Ausdruck für das studentische Fechten

    Paukstunden sind Übungsstunden im studentischen Fechten.
    Ziel ist das Erlernen der verschiedenen Techniken und des Fecht-Comments bis zur "Mensurreife", der attestierten Befähigung, eine Mensur schlagen zu können.
     
    Pekesche:
    Studentisches Bekleidungsstück

    Sprachlich und modisch aus dem Polnischen (bekiesza). Im 19. Jahrhundert verstand man darunter einen Überrock mit Quasten und Schnüren. Daraus entwickelte sich die farbige Jacke, die i.d.R. die Hauptfarbe der Verbindung zeigt und auf die als reiche Verzierung in bunten Schnüren die anderen Farben der Verbindung aufgenäht sind. Sie ist Bestandteil des Vollwichs.
     
    Pennalverbindung:
    Schülerverbindung
     
    P.G.V.:
    Polytechniker-Gesang-Verein Hannover (1848 - 1914, dann in Hansea umbenannt)
     
    Phantom:
    Schweres, in seinem oberen Teil dem menschlichen Umriß entsprechendes Holzgestell, das als Übungsgerät beim Pauken benutzt wird

    siehe auch »Fechten
     
    Philister:
    siehe »Alter Herr
     
    Präsidium:
    Die Leitung einer Kneipe oder eines Kommerses

    Sie wird normalerweise von den Chargierten gestellt, kann aber im Laufe einer Kneipe gegen Mitglieder der Corona ausgetauscht werden.
    Dem Präsiden (i.d.R. durch den Erstchargierter/Senior) obliegt die Führung der Kneipe. Fuxmajor
     

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  17. Quästor:
    siehe »Kassenwart
     

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  18. Renonce:
    (frz.; Renonce "Fehlfarbe" bei einem Kartenspiel, renoncer "verzichten") Neues Mitglied (früher:) einer Korporation oder eines Verbandes, (heute auch:) einer Damenverbindung (eigentlich ... , das noch auf volle Rechte verzichten muß.)

    siehe auch »Fux
     
    Rezeption:
    (lat.; receptio "Aufnahme, Annahme")
    Meist anderes Wort für Burschung; manche Bünde verstehen darunter aber auch die Aufnahme in den Bund ("Fuxung").
     

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  19. Salamander:
    Festliche Trinkzeremonie zu bestimmten Anlässen, meist zur Ehrung einer Persönlichkeit.
     
    Satisfaktion:
    "Genugtuung" zur Beilegung eines Ehrenstreites bes. durch Ehrerklärung oder (ganz früher) Duell

    Satisfaktionsfähig war ein Student / eine Verbindung, falls generell die Bereitschaft und Fähigkeit gegeben war, Ehrenstreitigkeiten ggf. mit der Waffe (Schläger, Säbel) zu regeln.
    Mit der allgemeinen Wandlung des Ehrbegriffs und der Verdrängung des Duells (offiziell) unbedeutend geworden.

    siehe auch »Fechten
     
    schlagend: pflicht~, fakultativ ~, nicht ~:
    Als schlagende Verbindungen bezeichnen sich Studentenverbindungen, die als Pflicht oder aber auch fakultativ von ihren Mitgliedern Mensuren als Bestimmungsmensur verlangen, siehe auch »Fechten.

    Manche Verbände (z.B. CC, WSC, KSCV) verstehen sich als pflichtschlagend insofern, als daß alle Mitgliedsbünde pflichtschlagend sein müssen.
    Die Bedeutung von fakultativ schlagend reicht von "fast alle Mitglieder schlagen Mensuren" über ""jeder muß pauken, Mensur ist freigestellt" bis zu "es schlägt eigentlich keiner".
    Die Turnerschaft Hansea Hannover gehört zur letzteren Fraktion.
    Der MK besteht nur aus fakultativ schlagenden Turnerschaften, die dieses Spektrum durchaus abdecken.

     
    Schläger:
    Studentische Fechtwaffe (siehe »Fechten), auch zur Repräsentation am Vollwichs

    Der Schläger gehört zu den Degenwaffen, ist aber ohne Klingenspitze und als Repräsentations-Schläger ("Paradeschläger") stumpf.
    Meist gebräuchlich als Korbschläger, dessen Handschutz korbförmig ist. Es gibt auch Glockenschläger ("Glocke").
     
    Schwarzwald:
    Bezeichnung für eine Ehrenstrafe, bei der einem Mitglied für eine bestimmte Zeit die Farben entzogen werden

    siehe »Dimission
     
    Sekundant:
    Mensurbeteiligter

    siehe »Fechten
     
    Senior:
    Bezeichnung für den Erstchargierten
     
    Spefux:
    (lat.; spe "Hoffnung") Ein mögliches Mitglied, an das sich die Hoffnung knüpft, es alsbald aufnehmen zu können..

    In einigen Verbindungen kann auch ein Spefux schon eine besondere Art Mitgliedschaft eingehen, z.B. als Schüler oder Wehrpflichtige(r) usw., der/die demnächst am Ort der Verbindung studieren will.
     
    Spektant:
    Mensurbeteiligter

    siehe »Fechten.
     
    Sportprinzip:
    Bei Turnerschaften als wesentlicher Grundsatz in der Satzung festgeschrieben

    Kerngedanke: Förderung des Gemeinschaftsgeistes und Festigung der Haltung und Leistungsfähigkeit der Einzelmitglieder
    In der Turnerschaft Hansea Hannover gilt das Sportprinzip seit 1914 (bis 1919 zunächst noch Sport und Gesang).
     
    steil:
    "Steil sein" als solches läßt sich kaum definieren. Meistens wird es vergleichend "steiler als" benutzt und meint i.a., daß der "steilere" Korporierte, Bund oder Verband einen strengeren Comment hat.
    (Neuer Wortgebrauch)
     
    Stiftungsfest:
    Feier anläßlich des Jahrestages der Gründung einer Verbindung
     
    Stoff:
    Bezeichnung für Getränke (i.d.R. Bier) während einer Kneipe oder eines Kommerses.
     
    Stürmer:
    siehe »Mütze
     

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  20. Tempus:
    Pause

    siehe auch »Kneipe
     
    Testant:
    Mensurbeteiligter

    siehe »Fechten
     
    Tönnchen:
    Mensurbeteiligter

    siehe »Mütze
     
    Turnerschaft:
    Studentische Verbindung mit Sportprinzip

    Turnerschaften haben sich als eigenständige, straffere Studentenverbindungen ursprünglich ab 1872 aus den seit 1860 entstandenen akademischen Turnvereinen (ATV), zum Teil nach Abspaltung, entwickelt.
    Diese, den bürgerlichen Turnvereinen entsprechend - also dem Turngedanken Friedrich Ludwig Jahn's vom Anfang des 19. Jahrhunderts folgend - strebten den gesunden körperlichen Ausgleich zur anstrengenden (geistigen) Arbeit durch die Pflege von Leibesübungen an ("mens sana in corpore sano" = in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist).
    Die Turnerschaften bezeichnen sich als solche im allgemeinen erst seit 1897 (entsprechende Umbenennung ihres damaligen Dachverbandes in "VC, Verband der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen".
    Die Turnerschaft Hansea Hannover bezeichnet sich seit mindestens 1926 (Beitritt zum "VC") als Turnerschaft.
     

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  21. kein Eintrag
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  22. Verband, Dachverband:
    Zusammenschluß von Verbindungen mit ähnlichen Auffassungen über das Verbindungsleben und die Zielsetzung der Verbindung (Prinzipien)

    Der Verband hat eine eigene Satzung und vertritt die Mitgliedsbünde gegenüber anderen Verbänden, z.T. auch gegenüber der Öffentlichkeit. Geleitet wird der Verband meist von einer für ein Jahr gewählten vorsitzenden Verbindung (Präsidierende, Vorort).
     
    Verbandsbruder:
    Korporierter, dessen Bund dem gleichen Verband angehört (Abkürzung: Vb oder Vbr)

    siehe auch »Bundesbruder, »Farbenbruder, »Waffenbruder
     
    Vollwichs:
    siehe »Wichs
     
    vulgo:
    (lat.; vulgus "Menge, Volk")
    mit 'v/', 'v.' oder , 'v/o' abgekürzt, zwischen bürgerlichem Namen und Biernamen gesetzt.
     

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  23. Waffenbruder:
    Anrede unter Waffenstudenten, die nicht dem gleichen Bund oder Verband angehören

    Waffenstudenten sind Korporierte, die mind. eine Mensur geschlagen haben.

    siehe auch »Bundesbruder, »Farbenbruder, »Verbandsbruder
     
    Waffenschutz:
    Fechterische Unterstützung und verantwortliche Betreuung eines Paukanten eines anderen Bundes durch einen mensurerfahrenen Bund zur Sicherstellung seines Schutzes (u.a. "Mensurreife") und ihres commentgerechten Ablaufs seiner Mensur bis zur Anerkennung (Pauken)

    In der Regel wird Waffenschutz einem bestimmten Paukanten ("Waffenbeleger" oder "Beleger") auf entsprechende Bitte/Antrag seines (z.B. ohne eigene Waffen, fakultativ schlagenden oder nicht ortsansässigen) Bundes dadurch gewährt, daß er die Mensur unter den Farben und mit den Waffen (Schläger) des ihn betreuenden Bundes schlägt (d.h. wie dessen Mitglied betrachtet wird).
    siehe auch »Fechten  
    Wahlspruch:
    Ein dem Wappen einer Verbindung beigefügter, besonders ausgewählter Sinnspruch (auch Devise genannt)

    Wahlspruch des P.G.V. und bis 1935 der Hansea: "Des Lebens Sonnenschein ist Singen und Fröhlichsein!""
    Seit der Verschmelzung 1935 mit der T! Saxo-Thuringia führt die Hansea deren Wahlspruch: "Einer für Alle, Alle für Einen".
     
    Wappen:
    Heraldisch gestaltetes Abzeichen einer Verbindung, das (meist) ihre Farben (Wappenschild) oder zusätzlich ihren Wahlspruch und geschichtliche Zusammenhänge (Vollwappen) zeigt und neben Couleur und Zirkel als ihr Erkennungszeichen dient

    Es wird auch häufig auf Couleurartikeln verwendet.
    Das Vollwappen der Turnerschaft Hansea Hannover besteht aus dem Helm mit der Helmzier und den Helmdecken in den Verbindungsfarben hellblau-weiß-dunkel­blau und dem Schild, in dessen vier Feldern die geschichtlichen Wahrzeichen der Hansea und der mit ihr verschmolzenen bzw. vorübergehend verschmolzenen Bünde sichtbar sind: Im Feld oben-links die Farben der Hansea-Hannover, in der Mitte der Zirkel mit den geschichtlichen Anklängen an den alten P.G.V., im Feld rechts-unten das Gründungsdatum mit dem waffenstudentischen Zeichen der gekreuzten Schläger.
    Die Verschmelzung mit der T! Saxo-Thuringia sowie die zeitweilige Verschmelzung mit der T! Hansea-Danzig wird im Schild durch die Wappen der jeweiligen Stammesländer symbolisiert: Im Feld oben-rechts die gelb-schwarzen Felder mit der schräg liegenden grünen Raute von Sachsen, im Feld unten-links das Wappen der Stadt Danzig. Um auf den Heimatort der Hansea zu verweisen, erscheint im Helmschmuck über der Krone noch das hannoversche Kleeblatt.

     
    Wichs:
    (abgeleitet von Wichse als Lederputzmittel)
    Besonderes studentisches Festgewand, das von den Chargierten bei besonderen Anlässen getragen wird.

    Der Vollwichs besteht aus Cerevis, Band, Schärpe, Pekesche (Flaus, verzierte Jacke), weißer Stiefelhose, schwarzen Schaftstiefeln mit Sporen, weißen Stulpenhandschuhen und (Parade-)Schläger.
    Halbwichs ist eine Pekesche mit schwarzer Anzughose.
    Weiße Hose und Schläger sind mittelalterliche Symbole des freien Mannes, die Pekesche (polnischer Ursprung) ist Symbol der Gegnerschaft zur französischen Besatzung.
     

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  25. kein Eintrag
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  26. Zipfel (auch: Zipf):
    Schmuckanhänger aus einem Stück Couleurband und einem Schieber mit Farb-Wappenschild, Zirkel und Widmung
    Die Turnerschaft Hansea Hannover hat entsprechend ihrem Vollwappen (Feld oben-links) ein Farb-Wappenschild mit "Linksschrägung", bei dem sich das Hellblau links-oben und das Dunkelblau rechts-unten befindet.

    Wird zu verschiedenen Anlässen getauscht. z.B. zwischen Leibbursche und Leibfux, nach Mensuren oder bei besonderen Freundschaften zwischen Korporierten.
    Der Bierzipfel, ein besonders großer Zipfel, wird meist vom Leibburschen überreicht und bildet i.d.R. den Beginn eines "Zipfelbundes".
    Der Weinzipfel ist der "übliche" Zipfel, der bei den o.g. Gelegenheiten getauscht wird.
    Er kann in beliebiger, aber möglichst überschaubarer Zahl dem Zipfelbund beigefügt werden.
    Der Sektzipfel ist eine kleine Ausgabe, die ein Korporierter seiner Dame überreichen kann.
    Der Zipfelbund wird meist am rechten Hosenbund getragen.
     
    Zirkel:
    Monogrammartig verschlungener Schriftzug mit Ausrufezeichen als unverwechselbares Zeichen einer Verbindung

    Enthält den/die Anfangsbuchstaben des Verbindungsnamens und die damit und miteinander verschlungenen Buchstaben v=vivat (sie lebe!), c=crescat (sie wachse!) und F=floreat (sie blühe!).
    Das Ausrufezeichen zeigt also an, daß es sich hier um die Kurzform eines auf den Verbindungsnamen bezogenen Wunschausrufs handelt.
    Der Zirkel wird hinter die Unterschrift gesetzt und auf Couleurgegenständen verwendet. Im Schreibmaschinensatz wird er mit Z! ersetzt bzw. bei einigen Verbindungen mit einem Kürzel des Verbindungsnamens.
     

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